Samadhi

Samadhi – friedvolles Bewusstsein/ innere Klarheit/ natürliches Sein

„Samadhi ist ein Zustand, in dem der stille Geist die ungebrochene Erfahrung von Seins-Bewusstsein erlangt – Selbst-Gewahrsein“ 
Sri Ramana Maharshi

 

3 Erlebnisebenen des Selbst-Gewahrsein

1. Erwachen/ Selbsterkenntnis/ Satori

Das Erwachen kann auf unterschiedliche Weise geschehen, sei es durch Sadhanas (spirituelle Übungen), im Zusammensein mit einem Meister, einem Schicksalschlag oder einfach SO.

 

Damit dieses Samadhi weiterhin gelebt werden kann, bedarf es kontinuierliche Anstrengung

durch Selbstergründung (wer bin ich?) oder Hingabe an das innere SELBST (dein Wille geschehe). Lässt die Aufmerksamkeit nach, beginnt das Selbst-Gewahrsein zu verschwinden und das Getriebensein durch die Vasanas (Begehrenssamen) und deren Verstandeskonzepte nimmt seinen Lauf. Sobald die Aufmerksamkeit wieder nach Innen auf das spirituelle Herz gerichtet ist, stellt sich das Selbst-Gewahrsein wieder ein. Unterstützend dazu wirkt Satsang (Verbindung mit dem Sein im Zusammensein mit einem Meister).

 

Im reinen Selbst-Gewahrsein existiert keine Körper-Identität. Sobald das Selbst- Gewahrsein durch das Nachlassen der Aufmerksamkeit verschwindet, kehrt die Körper-Identität zurück und meist auch Zweifel darüber, was jetzt wirklich wahr ist. Der Zweifel ist auf dieser Gewahrseinsebene ein treuer Begleiter, der die Geistestätigkeit (Verstand) anregt und weitere Konzepte schmiedet. Eine subtile Variante der Aufmerksamslosigkeit ist eine mentale Rechtfertigung, es sowieso zu wissen, wer „Ich“ ist oder bereits „erwacht zu sein“ und sich um nichts mehr kümmern zu müssen.

 

Dieses Selbst-Gewahrsein ist vergleichbar mit einem Eimer, der am Brunnenrand steht und von Zeit zu Zeit in den Brunnen gelassen wird, um Wasser zu schöpfen. Wird der Eimer längere Zeit nicht gebraucht, kann es sein, dass er in Vergessenheit gerät. Gerne wird dabei der Gedanke „ich kann sowieso nichts tun“ vom Ego verwendet.

 

2. Der unendliche, offene Raum/ Leichtigkeit des Seins

Diese Ebene ist das anstrengungslose Selbst-Gewahrsein in absoluter Zweifelsfreiheit.

Im unendlichen, offen Raum, der fast beständig als Stille und Frieden erlebt wird, ist der Geist (Ego) mit seinen Vasanas noch nicht vollständig ausgelöscht. Es werden allerdings keine neuen Konzepte erschaffen, sondern die Begehrenssamen in dem Moment verbrannt, in dem sie auftauchen.

Es ist ein nach Innen fallen in die ewige Präsenz des Seins – manche Meister sagen dazu „No Mind Zustand“ (sanskrit: Laya). Es ist die Versunkenheit des Geistes im Selbst, aber ohne seine Auflösung.

 

Diese Ebene des Selbst-Gewahrseins ist vergleichbar mit einem Eimer, der im Wasser im Brunnen versunken ist, aber an einem Seil herausgezogen werden kann, das noch an ihm befestigt ist.

 

Die völlige Auflösung des Geistes geschieht dadurch, dass man ihm nicht als vom Selbst getrennt erfährt. Mit der Erkenntnis, dass der Geist nicht wirklich ist, sondern nur das Selbst als einzig existierend, wird der Geist völlig erlöschen.

 

3. Freiheit – das natürliche Menschsein/ Sahaja Samadhi

In dieser tiefsten Ebene ist das unumstößliche Wissen das Selbst zu sein (Jnana) und kein Unterschied existiert zwischen sich und den anderen und sich und der Welt. Es ist alles die Manifestation des unteilbaren Selbst in Liebe und Seligkeit.

Alle Zustände, Wachsein, träumen und Tiefschlaf, sind im Selbst enthalten.